Plattenmaße für ein selbstgebautes UST-Lowboard: 23 cm Wandspalt plus 38 cm Gerätetiefe plus 5 cm Überstand ergeben 66 cm Plattentiefe

UST-Beamer-Lowboard selber bauen: Plattenmaße und Stärke

Wer ein Lowboard für einen UST-Beamer selber bauen will, tut das selten aus Freude am Sägen. Er tut es, weil die Maße sonst nicht zusammenkommen: Ein Ultrakurzdistanz-Beamer braucht 50 bis 70 Zentimeter Tiefe, Serienmöbel haben um die 42. Und je größer das Bild werden soll, desto niedriger muss das Möbel gleichzeitig sein.

Diese Kombination gibt es als Serienmöbel praktisch nicht. Der Eigenbau ist deshalb oft kein Hobbyprojekt, sondern der einzige Weg zu der Bildgröße, die dein Raum eigentlich hergibt. Welche Maße du dafür brauchst, lässt sich ausrechnen — es steht nur nirgends.

Das eine Maß, auf das es ankommt

Beim Eigenbau geht es fast immer um dasselbe Bauteil: eine Platte in der nötigen Tiefe, aufgelegt auf einen niedrigen Unterbau. Der Unterbau kann ein vorhandenes Möbel sein, ein paar Korpusse aus dem Baumarkt oder eine Wandkonstruktion. Die Platte ist das Teil, das es nicht fertig zu kaufen gibt.

Ihre Tiefe ergibt sich aus drei Werten: dem Wandabstand, den dein Gerät für die gewünschte Diagonale braucht, der Tiefe des Geräts selbst, und etwas Überstand nach vorn, damit der Beamer nicht an der Kante steht.

BilddiagonaleFormovie TheaterSamsung Premiere 9
100 Zoll66 cm54 cm
110 Zoll71 cm58 cm
120 Zoll76 cm63 cm
130 Zoll82 cm67 cm
Nötige Plattentiefe, gerechnet als Wandabstand plus Gerätetiefe (38 cm) plus 5 cm Überstand. Für andere Modelle rechnest du mit dem Abstandsrechner: Wandabstand ab Gehäuserückseite ablesen, Gerätetiefe aus dem Datenblatt addieren, 5 cm dazu.

Der Unterschied zwischen den beiden Spalten ist der Grund, warum es keine Standardlösung gibt: Zwölf Zentimeter trennen zwei Geräte derselben Klasse, nur weil das eine ein kürzeres Throw Ratio hat. Eine Platte, die für den einen passt, ist für den anderen zu knapp.

Breite: Mindestens Gerätebreite plus etwa 20 Zentimeter auf jeder Seite, sonst wirkt der Aufbau unruhig. Bei den meisten Geräten landest du damit zwischen 100 und 120 Zentimetern — was direkt zum nächsten Punkt führt.

Warum die Plattenstärke über das Bild entscheidet

Hier liegt der Punkt, an dem Eigenbauten scheitern — und er wird in Bauanleitungen fast nie erwähnt.

Eine Platte biegt sich unter Last durch. Bei einem Fernsehmöbel ist das egal, ein Millimeter sieht niemand. Bei einem UST-Beamer schon: Der flache Projektionswinkel vergrößert jede Lageänderung auf der Leinwand. Ein Gerät, das sich um zwei Millimeter neigt, wirft ein sichtbar verzogenes Bild.

Plattenstärke60 cm Spannweite80 cm100 cm120 cm
16 mm Spanplatte1,3 mm3,1 mm6,1 mm10,5 mm
19 mm Spanplatte0,8 mm1,9 mm3,6 mm6,3 mm
25 mm Spanplatte0,3 mm0,8 mm1,6 mm2,8 mm
Durchbiegung in der Plattenmitte bei einem 15 kg schweren Gerät, Platte 60 cm tief, beidseitig aufgelegt. Multiplex oder Leimholz sind deutlich steifer — dort liegen die Werte bei etwa einem Drittel.

Die Tabelle liest sich schnell: 16 Millimeter sind für diesen Zweck zu dünn, sobald die Spannweite über 60 Zentimeter geht. Und weil deine Platte aus optischen Gründen eher 100 bis 120 Zentimeter breit wird, brauchst du entweder mehr Material oder eine Stütze.

Die praktischen Konsequenzen:

  • 19 mm nur mit Mittelstütze, also Auflage alle 60 bis 70 Zentimeter
  • 25 mm trägt knapp einen Meter frei, darüber ebenfalls stützen
  • Multiplex oder Leimholz statt Spanplatte, wenn du ohne Mittelstütze bauen willst
  • Der Prüftest: Mit der Handfläche auf die Plattenmitte drücken. Spürst du Nachgeben, reicht es nicht

Die Rechnung gilt für ein mittig stehendes Gerät. Steht der Beamer außermittig, wird es besser — aber dann sitzt das Bild auch außermittig an der Wand, was du selten willst.

Der Unterbau

Hier hast du mehr Freiheit, weil der Unterbau nur zwei Dinge leisten muss: tragen und nicht schwingen.

Vorhandenes Möbel plus Platte. Der häufigste Weg. Ein niedriges Sideboard bekommt eine tiefere Platte aufgelegt, die hinten übersteht. Wichtig: Die Platte muss auf mindestens zwei Linien aufliegen, nicht nur auf der Vorderkante. Ein Kantholz entlang der Rückwand übernimmt das.

Korpusse aus dem Baumarkt. Zwei niedrige Unterschränke im Abstand der Spannweite, Platte drüber. Günstig, stabil, und du bestimmst die Höhe über die Korpushöhe — was bei großen Diagonalen der entscheidende Vorteil ist.

Wandkonsole. Die sauberste Lösung für alles ab 120 Zoll, weil du die Höhe frei wählst. Voraussetzung ist eine tragfähige Wand — bei Gipskarton brauchst du die Ständer. Rechne mit mehr Last, als du vermutest: Platte, Gerät und Hebelwirkung durch die Tiefe summieren sich.

Welche Höhe dein Unterbau haben darf, hängt an der Diagonale und deiner Zimmerdecke. Die Tabelle dazu steht im Beitrag zum Lowboard für UST-Beamer — kurz gesagt: Bei 2,50 Meter Raumhöhe und 120 Zoll bleiben dir rund 40 Zentimeter.

Belüftung nicht vergessen

Der Punkt, an dem Eigenbauten langfristig Geräte kosten.

Ein Laser-Projektor zieht Luft an und gibt Wärme ab. Sitzen die Lüftungsschlitze unten — bei einigen Modellen der Fall — brauchst du Abstand zur Platte. Standfüße lösen das konstruktiv, aber nur, wenn die Platte glatt ist und die Füße nicht einsinken.

Was du nicht bauen solltest: Eine Haube, einen Einbauschacht oder ein geschlossenes Fach, in dem das Gerät verschwindet. Optisch verlockend, thermisch fatal. Das Gerät regelt herunter oder schaltet ab, und die Lebensdauer leidet. Mehr dazu bei den Nachteilen von Laser TVs.

Wenn der Beamer optisch verschwinden soll, ist ein versenkbarer Auszug die bessere Idee als eine Abdeckung — dann steht das Gerät im Betrieb frei.

Wann sich der Eigenbau nicht lohnt

Drei Fälle, in denen du besser kaufst.

Du willst 100 Zoll. Dafür reicht oft ein tiefes Sideboard aus dem Handel. Such nach „Sideboard“ oder „Kommode“ mit Tiefenfilter ab 50 Zentimetern statt nach „TV-Lowboard“, dann findest du durchaus etwas.

Du willst eine Bodenleinwand integrieren. Der Ausschnitt für eine ausfahrende Leinwand muss millimetergenau sitzen und die Mechanik braucht eine definierte Aufnahme. Hier ist ein fertiges Laser-TV-Möbel die ehrlichere Empfehlung — der Aufwand für den Nachbau steht in keinem Verhältnis.

Du hast keine Möglichkeit zum Zuschnitt. Eine 76 Zentimeter tiefe Platte sauber und rechtwinklig zu sägen, ist mit der Handkreissäge machbar, aber nicht trivial. Baumärkte schneiden gegen Gebühr zu — nimm das Angebot an, es ist der Unterschied zwischen einem Möbel und einem Provisorium.

Die Reihenfolge

  1. Diagonale festlegen — und gegen die Deckenhöhe prüfen, nicht nur gegen die Wandbreite
  2. Wandabstand ablesen im Abstandsrechner, Modus „Bildgröße steht fest“
  3. Plattentiefe rechnen — Wandabstand ab Rückseite plus Gerätetiefe plus 5 cm
  4. Unterbauhöhe rechnen — aus Diagonale und Deckenhöhe, siehe Montagehöhe der Leinwand
  5. Material wählen — Stärke nach Spannweite, im Zweifel eine Nummer dicker
  6. Probeaufbau vor dem Bohren — Gerät aufstellen, Bild ausrichten, Ecken abkleben

Punkt sechs ist nicht optional. Erst wenn das Bild an der Wand steht und die Ecken markiert sind, weißt du, ob deine Rechnung aufgegangen ist — und kannst die Leinwand an der richtigen Stelle montieren.

Häufige Fragen

Wie tief muss die Platte für einen UST-Beamer sein?

Zwischen 54 und 82 Zentimetern, je nach Gerät und Diagonale. Gerechnet wird Wandabstand ab Geräterückseite plus Gerätetiefe plus etwa fünf Zentimeter Überstand. Für 100 Zoll liegst du je nach Modell bei 54 bis 66 Zentimetern.

Welche Plattenstärke brauche ich?

Bei Spanplatte mindestens 19 Millimeter mit Stütze alle 60 bis 70 Zentimeter, besser 25 Millimeter. Multiplex oder Leimholz sind etwa dreimal so steif und kommen ohne Mittelstütze aus. 16 Millimeter reichen nicht — dort biegt sich die Platte bei einem Meter Spannweite um rund sechs Millimeter durch, und das verzieht bei diesem Projektionswinkel das Bild sichtbar.

Kann ich eine IKEA-Möbelserie als Unterbau nehmen?

Ja, das ist der übliche Weg — aber nicht als fertiges TV-Möbel, sondern als Korpus. Standardkorpusse sind um die 40 Zentimeter tief und damit allein zu flach. Die aufgelegte Platte schafft die nötige Tiefe und steht hinten über. Achte darauf, dass sie auf mindestens zwei Linien aufliegt.

Darf der Beamer über die Plattenkante ragen?

Besser nicht. Das Gerät steht dann auf einer Kante statt auf der Fläche, was die Lage instabil macht und bei Geräten mit unten liegenden Lüftungsschlitzen die Luftzufuhr stört. Plane lieber fünf Zentimeter Überstand nach vorn ein.

Wie bekomme ich die Platte sauber zugeschnitten?

Über den Zuschnittservice im Baumarkt. Eine Platte dieser Größe rechtwinklig und ausrissfrei zu sägen, ist mit Handwerkzeug anspruchsvoll, und schiefe Kanten rächen sich beim Ausrichten. Die Gebühr liegt im einstelligen Bereich pro Schnitt.

Bevor du Material kaufst

Drei Zahlen entscheiden über den gesamten Aufbau — und zwei davon stehen in keinem Datenblatt.

  1. Wandabstand und Diagonale — die Grundlage für die Plattentiefe
  2. Montagehöhe der Leinwand — daraus ergibt sich die Höhe des Unterbaus
  3. Maßfilter für Lowboards — falls sich doch ein fertiges Möbel findet

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