UST-Beamer Abstand berechnen: Bilddiagonale für 5 Modelle
Wer den UST-Beamer Abstand berechnen will, stößt schnell auf widersprüchliche Angaben. Das Gerät steht wenige Zentimeter vor der Wand, aber welche Bilddiagonale dabei herauskommt, hängt an einer Zahl, die viele Hersteller missverständlich angeben.
Welche Bilddiagonale passt an meine Wand?
Der Rechner unterscheidet zwischen dem Abstand zur Objektivachse und dem Abstand zur Gehäuserückseite. Genau daran scheitern die meisten Tabellen im Netz — je nach Modell liegen zwischen beiden Werten fast 30 Zentimeter.
Der Wert steht im Handbuch als „Projektionsverhältnis“ oder „D:W“.
Horizontale Maße maßstäblich. Die Höhenlage des Bildes ist modellabhängig und hier nur schematisch dargestellt.
Warum die Herstellerangaben oft in die Irre führen

Das Throw Ratio (auf Deutsch: Projektionsverhältnis) beschreibt das Verhältnis von Projektionsabstand zu Bildbreite. Ein Wert von 0,23:1 bedeutet: Für ein zwei Meter breites Bild braucht der Beamer 46 Zentimeter Abstand. Gemessen wird dieser Abstand ab der Objektivachse — also ab dem Punkt, an dem das Licht das Gerät verlässt.
In der Werbung steht dagegen fast immer der Abstand zur Wand, also die Lücke zwischen Möbel und Mauer. Samsung gibt für die Premiere 9 an, dass 100 Zoll aus 4,4 Zoll Wandabstand entstehen. Das sind 11 Zentimeter. Rechnet man mit dem angegebenen Throw Ratio von 0,189:1 nach, kommt man auf rund 42 Zentimeter. Beide Zahlen stimmen — sie beziehen sich nur auf verschiedene Punkte am Gerät. Dazwischen liegen gut 30 Zentimeter Gehäuse.
Wer diese beiden Angaben verwechselt, plant sein Sideboard um eine halbe Gerätetiefe falsch. Beim Formovie Theater sind es rund 28 Zentimeter Unterschied, bei der Samsung Premiere 9 knapp 31. In der Praxis heißt das: ein Bild, das entweder deutlich kleiner ausfällt als geplant — oder eine Leinwand, die schlicht nicht mehr an die Wand passt.
UST-Beamer Abstand berechnen: Werte für gängige Modelle
Die Werte gelten für ein Bildformat von 16:9. „Objektiv“ ist der rechnerische Projektionsabstand ab Objektivachse, „Rückseite“ der praktisch messbare Abstand zwischen Wand und Geräterückseite.
Die Tabelle wird aus den Modelldaten erzeugt.
Die einzelnen Modelle im Detail
Alle Angaben in 16:9. „Objektiv“ meint den Abstand von der Projektionsfläche bis zur Objektivachse, „Rückseite“ den Abstand zwischen Wand und Geräterückseite — also das, was du mit dem Zollstock misst.
Formovie Theater: Abstand und Bildgröße
Der Formovie Theater arbeitet mit einem Throw Ratio von 0,23:1. Für 100 Zoll braucht er 51 cm ab Objektivachse, das entspricht rund 23 cm zwischen Wand und Geräterückseite. Das Bild misst dann 221 × 125 cm.
Für 120 Zoll sind es 61 cm ab Objektiv beziehungsweise 33 cm ab Rückseite, bei einem Bild von 266 × 149 cm. Bei 150 Zoll — der oberen Grenze der Herstellerfreigabe — steht das Gerät 49 cm von der Wand entfernt.
Der Gehäuseversatz von 27,6 cm ist aus vier Herstellerangaben zurückgerechnet und streut dabei um weniger als einen Zentimeter. Bestätigt ist er nicht.
Hisense PX3-PRO: Abstand und Bildgröße
Mit 0,22:1 liegt der PX3-PRO minimal kürzer als der Formovie. 100 Zoll entstehen aus 49 cm ab Objektivachse, 120 Zoll aus 58 cm, 150 Zoll aus 73 cm.
Für die Rückseite können wir hier keinen Wert nennen. Die verfügbaren Angaben zum Gehäuseversatz widersprechen sich, und wir tragen lieber nichts ein als eine Zahl, die um zehn Zentimeter danebenliegt. Wenn du das Gerät hast: Miss den Abstand zwischen Rückkante und der Mitte der Objektivöffnung und schreib uns — wir ergänzen es mit Quellenangabe.
Samsung The Premiere 9 (LPU9D): Abstand und Bildgröße
Mit 0,189:1 hat die Premiere 9 das kürzeste Throw Ratio unter den klassischen UST-Geräten hier. 100 Zoll entstehen aus 42 cm ab Objektivachse — und weil der Gehäuseversatz bei 30,6 cm liegt, bleiben zwischen Wand und Rückseite nur 11 Zentimeter.
Für 120 Zoll sind es 50 cm ab Objektiv und 20 cm ab Rückseite. Bei 130 Zoll ist die Herstellerfreigabe erreicht: 54 cm ab Objektiv, 24 cm ab Rückseite. Größere Bilder sind nicht spezifiziert.
Dieses Modell zeigt das Grundproblem am deutlichsten. Samsung wirbt mit 4,4 Zoll Wandabstand für 100 Zoll — das sind die 11 Zentimeter zur Rückseite. Wer diese Zahl für den Projektionsabstand hält und damit weiterrechnet, landet bei einer Leinwand, die nicht passt.
Epson EH-LS800: Abstand und Bildgröße
Der LS800 ist mit 0,16:1 der kürzeste hier und damit ein Sonderfall. 100 Zoll entstehen aus 35 cm ab Objektivachse, 120 Zoll aus 43 cm, 150 Zoll aus 53 cm.
Als einziges Gerät in dieser Übersicht hat der LS800 einen digitalen Zoom mit einem Throw-Ratio-Bereich von 0,16 bis 0,40:1. Unsere Werte gelten für die weiteste Stellung, also ohne Zoom — nur dort nutzt das Gerät sein Panel vollständig. Epsons eigene Angaben für kleinere Bilddiagonalen beziehen sich auf hereingezoomte Werte und kosten entsprechend Auflösung. Deshalb weichen sie von unserer Rechnung ab, ohne dass eine der beiden falsch wäre.
Wie weit muss ein UST-Beamer für 100 Zoll von der Wand stehen?
Das ist die Frage, die am häufigsten gestellt wird — und die Antwort fällt je nach Modell überraschend unterschiedlich aus. Gemessen zwischen Wand und Geräterückseite liegen die Werte für 100 Zoll zwischen etwa 11 und 25 Zentimetern. Der Projektionsabstand ab Objektivachse liegt dagegen bei 35 bis 51 Zentimetern.
Praktisch heißt das: Fast jedes Sideboard reicht für 100 Zoll. Der begrenzende Faktor ist selten der Abstand, sondern die Wandbreite. 100 Zoll sind 221 Zentimeter reines Bild, plus Rahmen. Miss die Wand, bevor du dich für eine Bildgröße entscheidest.
Und rechne in beide Richtungen: Ein Sideboard, das zehn Zentimeter zu tief ist, kostet dich mehr Bilddiagonale, als du vermutest. Bei einem Throw Ratio von 0,23 ergeben fünf Zentimeter Abstand bereits rund zehn Zoll Unterschied.
Was der Rechner nicht beantwortet
Der zweite Wert, der bei der Montage zählt, ist der Höhenversatz. Das Bild beginnt nicht auf Objektivhöhe, sondern deutlich darüber — wie weit, ist von Modell zu Modell verschieden und steht selten im Datenblatt. Für die Höhe, in der die Leinwand hängen muss, brauchst du entweder das Handbuch oder einen Probeaufbau. Wie du sie berechnest, steht in Auf welcher Höhe muss die Leinwand hängen. Bohre erst, wenn das Bild steht.
Ebenfalls nicht enthalten: die Rahmenbreite deiner Leinwand. Rahmenleinwände haben einen Rand von typischerweise zwei bis fünf Zentimetern. Das Bild muss innerhalb der Bildfläche landen, nicht innerhalb der Außenmaße — plane den Abstand also nach dem Nutzmaß, das der Hersteller angibt. Mehr dazu im Beitrag zur passenden Leinwand für Laser TVs.
Häufige Fragen
Wo genau messe ich den Abstand?
Am einfachsten misst du von der Wand bis zur Rückkante des Geräts, also die sichtbare Lücke. Wichtig ist, dass du im Rechner dieselbe Option wählst. Gemessen wird bis zur Projektionsfläche — bei einer Rahmenleinwand also bis zum Tuch, nicht bis zur Wand dahinter.
Warum ändert sich das Bild so stark bei wenigen Zentimetern?
Weil das Throw Ratio bei UST-Geräten sehr klein ist. Bei einem Wert von 0,23 ergeben fünf Zentimeter mehr Abstand rund zehn Zoll mehr Diagonale. Das ist der Grund, warum ein UST-Beamer millimetergenau ausgerichtet werden will und warum ein verschobenes Sideboard sofort auffällt.
Kann ich das Bild per Keystone-Korrektur anpassen?
Technisch ja, sinnvoll nein. Jede digitale Entzerrung skaliert das Bild und kostet Schärfe — bei 4K-Material sichtbar. Nutze die Korrektur für die letzten Millimeter, nicht als Ersatz für den richtigen Abstand.
Reicht mein Abstand für 100 Zoll?
Bei den gängigen Modellen brauchst du zwischen 11 und 25 Zentimetern Spalt zwischen Wand und Geräterückseite. Der Spalt ist aber selten das Problem — die Möbeltiefe ist es: Das Gerät selbst ist rund 38 Zentimeter tief, du brauchst also 50 bis 60 Zentimeter Stellfläche. Normale TV-Lowboards haben 35 bis 45. Mehr dazu beim Lowboard für UST-Beamer und, falls nichts Passendes zu finden ist, beim Eigenbau.
Ob ein Laser TV in deinem Wohnzimmer überhaupt die richtige Wahl ist, hängt weniger vom Abstand ab als vom Umgebungslicht. Dazu passen die Beiträge Laser TV bei Tageslicht und die Nachteile von Laser TVs.
Die Throw Ratios stammen aus den Herstellerangaben: Formovie, Hisense, Samsung und Epson. Die Gehäuseversätze sind, wo nicht anders angegeben, aus veröffentlichten Abstandsangaben zurückgerechnet und nicht vom Hersteller bestätigt. Wenn du eigene Messwerte hast, schreib uns — wir tragen sie mit Quellenangabe nach.
