Laser TV Nachteile: 7 Dinge, die im Prospekt fehlen
Laser TV Nachteile stehen in keinem Prospekt. Das Gerät wirft ein 100-Zoll-Bild an die Wand, steht dabei nur wenige Zentimeter davor und kostet weniger als ein vergleichbar großer Fernseher. Das klingt nach der offensichtlich besseren Lösung.
Ist es manchmal auch. Aber nicht immer, und die Gründe dafür stehen in keinem Datenblatt. Wir gehen hier durch, was in der Praxis tatsächlich stört — und danach durch die Vorteile, die dagegen stehen. Damit du vor dem Kauf weißt, worauf du dich einlässt, und nicht danach.
Die Laser TV Nachteile im Überblick
Wer wenig Zeit hat: Das sind die sieben Punkte, die in der Praxis stören. Ausführlich weiter unten.
- Schwarzwert. Ein Projektor kann Licht hinzufügen, aber nicht abziehen. Schwarz wird bei Restlicht zu Grau.
- Leinwand als Pflichtkauf. Ohne passende ALR-Fläche bleibt das Bild deutlich unter seinen Möglichkeiten — ein oft vergessener Budgetposten.
- Empfindliche Aufstellung. Millimeter entscheiden. Das Gerät braucht einen festen Platz.
- Lüftergeräusch. In leisen Szenen hörbar, je nach Modell und Bildmodus unterschiedlich stark.
- Input-Lag. Für Filme unkritisch, für kompetitives Gaming ein echter Nachteil.
- Alternde Lichtquelle. Die Helligkeit nimmt über Jahre schleichend ab und lässt sich nicht auffrischen.
- Schwacher Wiederverkaufswert. Der Gebrauchtmarkt ist klein und preislich unattraktiv.
Wenn du dir zuerst über die Technik selbst klar werden willst: Was ist ein Laser TV? erklärt die Grundlagen.
1. Der Schwarzwert ist physikalisch begrenzt
Das ist der wichtigste Punkt, und er lässt sich nicht wegkaufen.
Ein OLED-Fernseher schaltet einzelne Pixel komplett ab. Schwarz ist dort wirklich schwarz, weil an dieser Stelle kein Licht entsteht. Ein Laser TV projiziert Licht auf eine Fläche — er kann Schwarz nur darstellen, indem er dort möglichst wenig Licht abgibt. Vollständig abschalten kann er nicht.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, den viele unterschätzen: Streulicht aus dem eigenen Bild. Eine helle Szene beleuchtet den Raum, das Licht wird von Wänden und Decke zurückgeworfen und landet wieder auf der Projektionsfläche. Auch in einem völlig abgedunkelten Zimmer hebt das den Schwarzwert an.
In der Praxis fällt das weniger auf, als die Physik vermuten lässt. Unser Auge bewertet Kontrast relativ, nicht absolut – das Weber-Fechner-Gesetz ein Bild, das im Direktvergleich flau wirkt, sieht für sich betrachtet gut aus. Aber bei Tageslicht oder mit eingeschalteter Lampe wird aus Schwarz ein Grau, und dunkle Filmszenen verlieren spürbar an Tiefe.
Für wen das ein Ausschlusskriterium ist: Wer überwiegend abends Filme mit dunkler Bildsprache schaut und OLED gewohnt ist, wird den Unterschied bemerken. Serien mit nächtlichen Szenen, Science-Fiction, Horror — dort spielt ein OLED seine Stärke aus.
Für wen nicht: Wer Sport, Serien, Dokus und helle Inhalte schaut, sieht in der Praxis vor allem die Bildgröße — und die gewinnt. Ein Fußballspiel auf 100 Zoll schlägt ein Fußballspiel auf 65 Zoll, unabhängig vom Schwarzwert.
2. Die Leinwand ist kein Zubehör, sondern Teil des Geräts
Hier verschätzen sich die meisten — und es ist der teuerste der sieben Punkte.
Ein Laser TV wirft sein Bild in einem extrem flachen Winkel nach oben. Eine normale weiße Wand reflektiert dabei nicht nur das Projektorlicht, sondern auch das Raumlicht von der Decke und von den Fenstern. Das Ergebnis: blasses Bild, schwacher Kontrast.
Eine ALR-Kontrastleinwand (Ambient Light Rejecting) ist so strukturiert, dass sie Licht von oben abweist und nur das flach von unten kommende Projektorlicht zurückwirft. Der Unterschied ist nicht subtil — er entscheidet, ob das Gerät gut aussieht oder mittelmäßig.
Das Problem: Eine passende ALR-Leinwand kostet je nach Größe und Bauart einen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Betrag. Wer nur das Gerät kalkuliert, liegt beim Gesamtbudget deutlich daneben.
Der zweite Haken: Nicht jede ALR-Leinwand funktioniert. Modelle für klassische Deckenbeamer weisen ausgerechnet das Licht ab, das ein UST-Gerät liefert. Das Bild wird dann schlechter als an der weißen Wand. Welche Bauart du brauchst, steht in Welche Leinwand für Laser TV.
Rechne die Leinwand von Anfang an mit ein. Ein günstigerer Beamer mit guter Leinwand schlägt einen teuren Beamer an der weißen Wand fast immer.
3. Die Aufstellung verzeiht nichts
Ein Fernseher wird hingestellt. Ein Laser TV wird eingerichtet.
Weil der Projektionswinkel so flach ist, vergrößert sich jeder kleine Fehler beim Aufstellen massiv auf der Leinwand. Ein Gerät, das ein paar Millimeter schief steht, wirft ein sichtbar verzogenes Bild. Verschiebst du das Lowboard beim Staubsaugen, musst du nachjustieren.
Dazu kommen drei weitere Einschränkungen, die selten erwähnt werden:
- Die Wand muss eben sein. Bei diesem Einfallswinkel wird jede Unebenheit als Verzerrung sichtbar. Eine Rauputzwand ist kein guter Untergrund für eine Leinwand.
- Die Bildgröße ist nicht frei wählbar. Sie ergibt sich aus dem Wandabstand — welcher Abstand zu welcher Diagonale führt, rechnet der Abstandsrechner aus. Und nach oben begrenzt die Zimmerdecke mit: Weil das Bild deutlich über der Objektivachse beginnt, ist auf einem normalen Sideboard bei etwa 120 Zoll Schluss. Die Rechnung dazu steht in Auf welcher Höhe muss die Leinwand hängen.
- Digitale Korrektur kostet Qualität. Viele Geräte gleichen schiefe Aufstellung rechnerisch aus. Das funktioniert, reduziert aber die effektiv genutzte Auflösung. Besser mechanisch richtig aufstellen.
Praktische Folge: Du brauchst ein stabiles, tiefes Lowboard an einem festen Platz — und eines, das nicht zu hoch ist, weil sonst Bilddiagonale verloren geht. Wer flexibel bleiben will oder oft umräumt, wird damit nicht glücklich.
4. Lüftergeräusch in leisen Szenen
Laser-Lichtquellen erzeugen Wärme, und die muss weg. Jeder Laser TV hat einen Lüfter.
In lauten Szenen hörst du ihn nicht. In leisen Dialogpassagen, nachts, bei geringem Sitzabstand — da schon. Die Hersteller geben Werte in Dezibel an, aber die sind schwer vergleichbar, weil Messabstand und Bildmodus variieren. Ein Wert ohne Angabe der Messbedingungen sagt wenig.
Zwei Dinge entschärfen das Thema:
Die Position. Das Gerät steht vorne an der Wand und damit meist weiter von der Sitzposition entfernt als ein klassischer Deckenbeamer, der oft direkt über dem Sofa hängt.
Der Bildmodus. Der Maximalhelligkeitsmodus läuft mit voller Lüfterdrehzahl. Ein Eco- oder Standardmodus ist deutlich leiser — und in einem abgedunkelten Raum reicht er meistens völlig aus.
Was bleibt: Ein völlig lautloses Gerät gibt es in dieser Klasse nicht. Wer absolute Stille erwartet, wird enttäuscht.
5. Bewegtbildschärfe und Input-Lag
Für Filme und Serien unkritisch. Für Gaming muss man genauer hinschauen.
Input-Lag bezeichnet die Verzögerung zwischen einem Tastendruck und der sichtbaren Reaktion auf der Leinwand. Viele UST-Geräte haben inzwischen einen Gaming-Modus, der die Bildverarbeitung reduziert und den Lag deutlich senkt. Die aktuellen Modelle sind spürbar besser als die erste Generation.
Trotzdem gilt: Wer kompetitiv spielt und auf Reaktionszeit angewiesen ist — Shooter, Fighting Games, alles mit Ranglisten — ist mit einem Fernseher oder Monitor besser bedient.
Für gemütliches Spielen am Wochenende ist es dagegen ein Erlebnis, das kein Fernseher bietet. Ein Rennspiel oder ein Open-World-Titel auf 100 Zoll ist eine andere Erfahrung als auf 65 Zoll.
Worauf du achten solltest: Prüf, ob das Gerät einen dedizierten Gaming-Modus hat und welchen Input-Lag der Hersteller dafür angibt. Werte ohne Angabe des Modus sind wertlos — im Standardmodus liegt jedes Gerät deutlich höher.
6. Die Lebensdauer der Lichtquelle ist endlich
Laser halten deutlich länger als die alten Lampen. Herstellerangaben liegen typischerweise im Bereich von 20.000 bis 25.000 Stunden. Bei drei Stunden täglich sind das über 18 Jahre.
Aber: Diese Zahl bezeichnet nicht den Ausfall, sondern den Abfall auf einen definierten Helligkeitsanteil — meist die Hälfte der Ausgangshelligkeit. Die Abnahme verläuft kontinuierlich und unmerklich. Nach einigen Jahren ist das Bild schwächer als am ersten Tag, ohne dass du einen Zeitpunkt benennen könntest.
Das ist vor allem dann relevant, wenn du ohnehin knapp kalkulierst. Wer heute schon den hellsten Modus braucht, um sein Bild akzeptabel zu bekommen, hat in fünf Jahren ein Problem. Wer Reserve hat, merkt es nie.
Deshalb zählt Helligkeitsreserve schon beim Kauf: Ein Gerät, das zum Kaufzeitpunkt knapp über dem Zielwert liegt, liegt nach einigen Jahren darunter. Wie viel Reserve deine Bildgröße überhaupt zulässt, steht in der Helligkeitsrechnung nach Diagonale.
Und anders als eine Lampe lässt sich die Laser-Einheit nicht einfach tauschen. Ist sie defekt, ist es ein Servicefall — mit entsprechenden Kosten außerhalb der Garantie.
7. Der Wiederverkaufswert ist schlecht
Der Markt für gebrauchte UST-Beamer ist klein. Die Modellzyklen sind kurz, die technische Entwicklung schnell, und Käufer sind bei einer Lichtquelle mit unbekannter Betriebsstundenzahl vorsichtig.
Dazu kommt ein praktisches Problem: Diese Geräte sind sperrig und empfindlich. Ein Versand ist aufwendig, eine Abholung setzt einen Käufer in der Nähe voraus. Das schränkt den Interessentenkreis zusätzlich ein.
Ein drei Jahre alter Laser TV bringt anteilig weniger als ein drei Jahre alter Fernseher. Wer regelmäßig aufrüstet, sollte das einpreisen — und die Leinwand nicht vergessen, die bei einem Modellwechsel oft weiterverwendet werden kann und damit den Wechsel günstiger macht.
Ein Punkt, der selten erwähnt wird: Augensicherheit
Bei einem Deckenbeamer verläuft der Lichtstrahl über den Köpfen. Bei einem UST-Gerät liegt die Austrittsöffnung auf Lowboard-Höhe — also ungefähr auf Augenhöhe eines Kleinkinds.
Laser-Projektoren werden je nach Ausführung unterschiedlichen Risikogruppen zugeordnet – das Bundesamt für Strahlenschutz erklärt die Einteilung. Viele UST-Geräte haben deshalb Sensoren, die das Bild abdunkeln oder abschalten, wenn sich jemand dem Strahlengang nähert. Diese Funktion ist kein Luxus, sondern in Haushalten mit kleinen Kindern oder Haustieren ein echtes Kaufkriterium.
Was du prüfen solltest: Ob das Gerät über einen solchen Sensor verfügt und welche Angaben der Hersteller zur Risikogruppe macht. Diese Information steht meist in der Bedienungsanleitung, nicht im Werbematerial.
Drei vermeintliche Nachteile, die keine sind
Nicht alles, was in Foren als Schwäche gehandelt wird, hält der Praxis stand.
„Kein echtes 4K“
Die meisten Geräte erzeugen 4K nicht nativ, sondern über Pixel-Shifting: Ein Chip projiziert mehrere Bilder in schneller Folge, jeweils minimal versetzt. Das ist etablierte Technik, die auch in teuren Heimkinoprojektoren steckt. Aus normalem Sitzabstand ist der Unterschied zu nativem 4K nicht erkennbar. Relevanter sind Kontrast, Farbraum und die Leinwand.
„Der Beamer geht nach ein paar Jahren kaputt“
Das galt für Lampenprojektoren, deren Leuchtmittel regelmäßig getauscht werden musste. Laser-Lichtquellen halten ein Vielfaches. Der reale Nachteil ist nicht der Ausfall, sondern die schleichende Helligkeitsabnahme — ein anderes Problem.
„Regenbogeneffekt macht das Bild unbrauchbar“
Der Regenbogeneffekt tritt bei Geräten mit Farbrad auf und wird nur von einem Teil der Menschen überhaupt wahrgenommen. Wer empfindlich darauf reagiert, greift zu einem Triple-Laser-Gerät ohne Farbrad. Für alle anderen ist es kein Thema — aber es lohnt sich, vor dem Kauf zu wissen, ob man dazugehört.
Die Vorteile, die dagegen stehen
Sieben Nachteile klingen nach einer klaren Absage. Sind sie nicht — sonst würden wir die Geräte nicht selbst nutzen. Was ein Laser TV besser kann als ein Fernseher, hat weniger mit Bildqualität im Labor zu tun als mit dem, was im Wohnzimmer tatsächlich zählt.
- Bildgröße pro Euro. Oberhalb von 100 Zoll gibt es schlicht keine Fernseher mehr.
- Kein schwarzer Monolith. Wenn nichts läuft, ist die Wand einfach eine Wand.
- Installation ohne Eingriffe. Kein Bohren in die Decke, kein Kabel quer durch den Raum.
- Reflektiertes statt direktes Licht. Auf großen Flächen über Stunden angenehmer.
- Ein Gerät statt einer Kette. Tuner, Streaming und Ton sind eingebaut.
- Farbraum. Triple-Laser-Geräte decken mehr ab als die meisten Fernseher.
Die Bildgröße kostet kaum Aufpreis
Bei Fernsehern steigt der Preis mit der Diagonale überproportional — allerdings nicht mehr so steil wie noch vor wenigen Jahren. Große LCD-Panels sind deutlich günstiger geworden: 98 Zoll gibt es inzwischen im Bereich von rund 2.000 Euro. Beim Laser TV ist die Bildgröße dagegen fast umsonst: Ob das Gerät 90 oder 120 Zoll wirft, entscheidet der Wandabstand, nicht der Kaufpreis.
Bezahlen musst du die Größe nur einmal — bei der Leinwand, und dort steigt der Preis linear statt exponentiell. Bis 98 Zoll ist ein Fernseher allerdings der günstigere Weg; die Rechnung dazu steht hier im Detail. Darüber kippt es, und zwar nicht wegen des Preises, sondern wegen des Angebots: Oberhalb von 100 Zoll gibt es kaum noch Fernseher zu kaufen. Die praktische Obergrenze setzt dann nicht das Budget, sondern die Höhe deiner Zimmerdecke.
Wenn nichts läuft, ist da nichts
Ein 85-Zoll-Fernseher ist auch im ausgeschalteten Zustand ein 85 Zoll großes schwarzes Rechteck an der Wand. In vielen Wohnzimmern ist das der eigentliche Grund, warum es nicht größer wird — nicht der Preis.
Eine ALR-Leinwand ist im ausgeschalteten Zustand eine hellgraue Fläche, die je nach Rahmen und Wandfarbe kaum auffällt. Das Gerät selbst steht flach im Lowboard. Wer eine Rollo-Leinwand wählt, hat bei Nichtgebrauch überhaupt nichts an der Wand.
Das ist ein weicher Vorteil, der sich schlecht messen lässt — aber er entscheidet in der Praxis oft darüber, ob überhaupt etwas Großes ins Wohnzimmer darf.
Installation ohne Eingriff in die Bausubstanz
Ein klassischer Deckenbeamer bedeutet: Halterung an die Decke dübeln, HDMI- und Stromkabel dorthin verlegen, Kabelkanal oder Schlitz. In einer Mietwohnung ist das eine Diskussion mit dem Vermieter, beim Auszug eine Reparatur.
Ein Laser TV steht auf dem Möbel, das ohnehin da ist, und braucht ein Stromkabel. Die Leinwand hängt an zwei Schrauben oder steht auf dem Boden. Beim Umzug nimmst du beides mit und baust es in zwanzig Minuten wieder auf.
Ein Punkt, der in keinem Vergleichstest steht, in Altbauwohnungen aber alles entscheidet: Ein 98-Zoll-Fernseher muss durchs Treppenhaus. Ein Laser TV passt in zwei Kartons.
Der Vollständigkeit halber: Diesen Vorteil erkaufst du dir mit der empfindlichen Aufstellung aus Punkt 3. Beides hängt an demselben flachen Projektionswinkel.
Reflektiertes Licht statt Direktstrahlung
Bei einem Fernseher schaust du auf eine selbstleuchtende Fläche. Bei einer Projektion siehst du Licht, das von der Leinwand zurückgeworfen wird — physikalisch dasselbe Prinzip wie bei einer beleuchteten Buchseite.
Viele empfinden das über längere Zeit als angenehmer, besonders bei großen Bildflächen im abgedunkelten Raum, wo ein heller Fernseher schnell blendet. Ehrlicherweise: Belastbare Studien, die daraus einen gesundheitlichen Vorteil machen, gibt es nicht. Es ist eine Komfortfrage, keine medizinische — wer sie für sich beantworten will, sollte beide Varianten einmal eine Stunde lang selbst angeschaut haben.
Ein Gerät statt einer Kette aus Komponenten
Ein klassischer Heimkinoprojektor ist ein Bildwerfer und sonst nichts. Er braucht einen Zuspieler, einen Receiver für den Ton und irgendeine Lösung für Fernsehempfang.
Ein Laser TV bringt Smart-TV-System, Streaming-Apps, oft einen Tuner und ein Lautsprechersystem mit, das für Alltagsinhalte ausreicht. Damit ersetzt er einen Fernseher tatsächlich, statt ihn zu ergänzen — das ist der Unterschied zwischen „Heimkino im Keller“ und „das Ding im Wohnzimmer, das die Familie ohne Erklärung bedienen kann“.
Für ernsthaftes Filmhören willst du trotzdem eine Soundbar oder Anlage. Aber du brauchst sie nicht am ersten Tag, damit das Gerät funktioniert.
Farbraum, bei dem Fernseher passen müssen
Geräte mit drei separaten Laserquellen für Rot, Grün und Blau erzeugen sehr schmalbandige Grundfarben und decken damit einen größeren Farbraum ab als die meisten LCD- und OLED-Fernseher. Bei HDR-Material mit kräftigen Farben ist das sichtbar.
Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Vorteil zeigt sich nur bei Inhalten, die diesen Farbraum überhaupt nutzen — und er verpufft, wenn die Leinwand die Farben verfälscht. Auch hier entscheidet die Projektionsfläche mit.
Abwägung: Wann ist ein Laser TV die richtige Wahl?
Beide Seiten stehen jetzt nebeneinander. Was daraus folgt, hängt weniger am Gerät als an deinem Raum und daran, was du schaust.
Ein Laser TV lohnt sich, wenn
- du mehr als 100 Zoll willst — darunter ist ein großer Fernseher günstiger und beim Schwarzwert überlegen
- du einen festen Platz hast, an dem das Gerät stehen bleiben kann
- du das Budget für eine ALR-Leinwand mit einplanst
- du gemischte Inhalte schaust, nicht ausschließlich dunkle Filme
- dir wichtig ist, dass keine schwarze Fläche im Raum hängt, wenn nichts läuft
- ein großer Fernseher bei dir baulich nicht ins Zimmer käme — Treppenhaus, Aufzug, Türbreite
Ein Fernseher ist die bessere Wahl, wenn
- 65 bis 98 Zoll dir reichen
- der Raum viel Tageslicht hat und du nicht abdunkeln kannst oder willst
- du kompetitiv spielst
- du keinen festen Aufstellort hast
- perfektes Schwarz für dich nicht verhandelbar ist
Der teuerste Fehler
Nicht die Wahl des falschen Geräts. Sondern: das richtige Gerät kaufen und an der weißen Wand betreiben.
Wer rund 2.500 € für einen Laser TV ausgibt und dann bei der Leinwand spart, bekommt ein Bild, das schlechter aussieht als bei einem günstigeren Gerät mit passender Projektionsfläche. Das ist der Punkt, an dem die meisten enttäuscht sind — und er hat mit dem Beamer nichts zu tun.
Wenn du an dieser Stelle weiterlesen willst: Welche Leinwand zu einem Laser TV passt — und warum die meisten ALR-Leinwände dafür ungeeignet sind.
Häufige Fragen zu den Laser TV Nachteilen
Was ist der größte Nachteil eines Laser TVs?
Der begrenzte Schwarzwert bei Restlicht. Ein Projektor kann Licht hinzufügen, aber nicht abziehen — fällt Fremdlicht auf die Projektionsfläche, wird aus Schwarz ein Grau. Das lässt sich durch Raumgestaltung und eine passende Leinwand deutlich abmildern, aber nicht vollständig beseitigen.
Braucht ein Laser TV zwingend eine spezielle Leinwand?
Wenn du das Gerät bei Restlicht nutzen willst: ja. An einer weißen Wand funktioniert ein UST-Beamer nur im abgedunkelten Raum zufriedenstellend. Wichtig ist, dass die Leinwand ausdrücklich für Ultrakurzdistanz gebaut ist — normale ALR-Leinwände für Deckenbeamer verschlechtern das Bild sogar.
Wie laut ist ein Laser TV?
Das hängt stark vom Bildmodus ab. Im hellsten Modus läuft der Lüfter mit voller Drehzahl und ist in leisen Szenen hörbar, im Eco-Modus deutlich leiser. Herstellerangaben in Dezibel sind schwer vergleichbar, weil Messabstand und Modus variieren. Ein völlig lautloses Gerät gibt es in dieser Klasse nicht.
Wie lange hält ein Laser TV?
Herstellerangaben liegen typischerweise bei 20.000 bis 25.000 Stunden. Das bezeichnet allerdings den Abfall auf einen definierten Helligkeitsanteil, nicht den Ausfall. Die Helligkeit nimmt über die Jahre schleichend ab — relevant vor allem dann, wenn du von Anfang an knapp kalkulierst.
Ist ein Laser TV gefährlich für die Augen?
Die Austrittsöffnung liegt auf Lowboard-Höhe und damit ungefähr auf Augenhöhe eines Kleinkinds. Viele Geräte haben deshalb Sensoren, die abdunkeln, wenn sich jemand dem Strahlengang nähert. In Haushalten mit kleinen Kindern oder Haustieren solltest du prüfen, ob dein Wunschmodell diese Funktion besitzt und welche Angaben der Hersteller zur Risikogruppe macht.
Wie groß kann das Bild in einem normalen Wohnzimmer werden?
Nicht der Wandabstand begrenzt die Diagonale, sondern die Zimmerdecke. Weil ein UST-Beamer sein Bild deutlich über der Objektivachse abbildet, ist bei 2,50 Meter Raumhöhe auf einem normalen Sideboard bei etwa 120 Zoll Schluss. 150 Zoll passen auf keinem Möbel in einen Standardraum. Die Rechnung dazu steht in Auf welcher Höhe muss die Leinwand hängen.
Lohnt sich ein Laser TV gegenüber einem OLED-Fernseher?
Es kommt auf die Größe an. Bis etwa 77 Zoll ist ein OLED technisch überlegen und preislich konkurrenzfähig. Bis 98 Zoll ist ein großer LCD-Fernseher der günstigere Weg — der direkte Preisvergleich zeigt, wo der Umschlagpunkt liegt. Ab etwa 100 Zoll gibt es dagegen praktisch keine Fernseher mehr, dort spielt der Laser TV seine Stärke aus. Die Entscheidung hängt also weniger an der Technik als an der gewünschten Bildgröße und der Lichtsituation im Raum.
Was sind die Vorteile eines Laser TVs gegenüber einem Fernseher?
Vor allem die Bildgröße oberhalb von 100 Zoll, wo es kaum noch Fernseher gibt — und wo die Diagonale beim Beamer fast nichts kostet. Dazu kommen die unauffällige Optik im ausgeschalteten Zustand, die Installation ohne Bohren in die Decke, der Transport in zwei Kartons statt durchs Treppenhaus und der größere Farbraum von Triple-Laser-Geräten. Der wichtigste Nachteil bleibt der Schwarzwert bei Restlicht.
